Tor von Jesus: das „schönste Tor von Khándax (Candia)“
Als Gian Battista da Monte (der Armeekommandant) im August 1588 in der Stadt ankam, sagte er, Khándax (Candia) sei "die schönste Festung Europas". Vielleicht war es kein Zufall, dass ein Jahr vor der Fertigstellung des Tors Jesu abgeschlossen war. Das gleiche Tor, viele Jahrhunderte später (Ende 19. - Anfang 20.), erregt die Aufmerksamkeit von Giuseppe Gerola, dem italienischen Historiker und Gelehrten der venezianischen Kreta, der schrieb, seine monumentale Innenfassade sei die schönste von Khándax (Candia). Die Gestaltung dieser prächtigen Fassade wird dem genialen Veroneser Militärarchitekten Michele Sanmicheli zugeschrieben. Das Tor von Jesus war eines der städtisch-öffentlichen Tore der Stadt. Menschen, Tiere und Wagen gingen früher durch das Tor in Richtung Süden. Das Tor sowie die nahe gelegene Bastion wurden nach einer kleinen Kirche benannt, die Jesus Christus geweiht war und einst dort stand. Dieses brillante Werk wurde während seiner ersten Amtszeit auf Kreta durch den Provveditore Generale Joannes Mocenigo ergänzt. Sein Name stand auf einer großen Marmortafel in eingravierten und vergoldeten Buchstaben über dem Haupteingang des Tors. Zwei kleinere Tore führten zu zwei benachbarten Hallen, in denen Waffen und Munition aufbewahrt wurden, und wurden als temporärer Aufenthaltsort der Garnison genutzt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Teile der venezianischen Mauer abgerissen, wodurch sogenannte „Risse“ entstanden sind, die die Fahrzeugzirkulation erleichtern. Einer von ihnen befand sich östlich des Tors von Jesus und seiner Bastion. Es wurde in den 70er Jahren beim Bau der „Kainourgia Porta“ (das heißt Neues Tor), einem Namen (Porta Nuova), überbrückt, der auch in den letzten Jahren der venezianischen Herrschaft dem Tor von Jesus gegeben wurde. Heute beherbergt diese langgestreckte gewölbte Passage eine Ausstellung, die dem berühmten kretischen Autor Nikos Kazantzakis gewidmet ist. N. Kazantzakis-Ausstellung mit dem Titel ,„EINE ODYSSEE“ für Besichtigungen zugänglich.